Beruf & Familie: Der Spagat für viele Eltern

Um das Thema Karriere mit Kindern wird viel diskutiert. Manche hängen an altmodischen Rollenmustern, andere haben möglicherweise gar keine andere Wahl, als beides zu schaffen: Beruf und Kind. Wenn ein moderner Vater heutzutage seine Kids zuhause versorgt, weil seine Frau ihren Traumjob nicht aufgeben möchte, fällt das in Berlin nicht mehr besonders auf. Auch das ein oder andere beruflich erfolgreiche Paar mit Kinderwunsch verwirft nach der Geburt des ersten Kindes die ursprünglichen Karrierepläne, weil nichts mehr so ist wie früher. Eins ist klar: Ohne Unterstützung geht es nirgendwo.

Ein Wiedereinstieg in die Ausbildung oder das Berufsleben ist nach einer Babypause jedenfalls kein einfacher Weg. Die Kinderbetreuung muss organisiert werden und die Hausarbeit bleibt erst einmal mehr oder weniger liegen. Viele Eltern müssen sich in dieser Phase daran gewöhnen, dass der Alltag von morgens bis abends einem strengeren Zeitraster untergeordnet ist.

Am Ende muss jeder selbst entscheiden, inwiefern die Betreuung der Kinder aus der Familie ausgelagert werden kann und in welchem Maß dann die Arbeit oder das Lernen zu schaffen ist. Viele Arbeitgeber unterstützen berufstätige Mütter und Väter, indem sie Heimarbeitsplätze zur Verfügung stellen – dies wird meist als eine Situation angesehen, von der beide Seiten profitieren.

Wie haben unsere Botschafter/innen diese Phase erlebt und was wäre die ideale Betreuung für Kinder, deren Eltern arbeiten? Lest, was sie dazu sagen und teilt mit uns Eure Meinung! Jeder, dessen Beitrag freigeschaltet wurde, kann ein Kindle Paperwhite gewinnen.

 

Lydia, Luftverkehrskauffrau:

„Ich finde, solange du deine Arbeit liebst – auch wenn es mal Tage gibt, die nicht Freude machen – und wenn du einen familienfreundlichen Arbeitgeber hast, kannst du es schaffen, Familie und Beruf unter einem Hut zu bringen. Die Suche nach einer richtigen Arbeit und vor allem einem richtigen Arbeitgeber ist eine Riesenherausforderung, vor allem für alleinerziehende Mütter und Väter. Aber ich denke mir mit Geduld, Ausdauer und Hoffnung kann man erfolgreich sein.

Ich habe hier in Deutschland keine Familie, so dass ich nicht auf Oma, Opa, Onkel oder Tante zurückgreifen kann, wenn es dringend ist. Dafür aber habe ich viele tolle Freunde, von denen ich weiß: wenn ich Hilfe brauche, dann versuchen sie mir zu helfen.

Die perfekte Kinderbetreuung sollte sein, wenn Unternehmen Betriebskindergärten und Nachmittagsbetreuung anbieten würden. So wie es einige Möbelhäuser schon anbieten, wo man sein Kind in gute Hände abgeben kann und die Eltern in Ruhe einkaufen gehen können. So was müssten Arbeitgeber für die Angestellten anbieten, damit die Kinder gut untergebracht sind und so wäre die Unterbringung der Kinder gewährleistet und es würde weniger Probleme geben mit den vielen Schließzeiten.“

 

Katrin, Erzieherin in der Ausbildung:

„Kinder sollen ruhig früh in die Kita, denn das brauchen sie genauso wie die Zeit mit der Familie. Aber wichtig ist, dass es ausgewogen ist. Bei uns helfen alle mit und ohne die Unterstützung meines Partners hätte ich es nicht geschafft, Arbeit und Kinder unter einen Hut zu bringen.

Ein Mix aus Kita und Familie ist für Kinder ideal, denn sie sollten auch täglich eine Zeit außerhalb der Familie verbringen. Familienzeiten sind natürlich zentral und können gut mit den Mahlzeiten, Frühstück und Abendessen, verbunden werden. Toll ist auch, wenn es Großeltern gibt, die regelmäßig besucht werden, aber das haben wir leider nicht.“

 

Kai, Eventschuhputzer:

„Die Kinder sollten schnell selbstständig werden, um sich auch stundenlang selbst zu versorgen. So ist eine 40-Stundenwoche auch für beide Eltern möglich. Oder Eltern schließen sich als Betreuungsgruppe zusammen.“

 

Andreas, Patientenservice:

„Der Job in der Charite passt ganz gut zu meiner Situation als alleinerziehender Vater, da ich hier keine Wochenendarbeit und keine Schicht habe. Ideal wäre ein Job mit flexiblen Arbeitszeiten.“

 

Nadine, Einzelhandelskauffrau:

„Ich habe keine Kinder, aber es gibt welche in meinem Bekanntenkreis. Meine Freundin im Rheinland hat zwei Kinder und ich weiß, dass sie und ihr Mann arbeiten gehen müssen, da sie zu viel verdienen, um Hilfe zu bekommen. Aber es ist zu wenig, damit einer eine Zeit lang auf Arbeit verzichten könnte.

Wenn ich an Berlin denke und kaum noch KiTa Plätze vorhanden sind, bzw. man sein Kind schon anmelden sollte, wenn es noch im Mutterleib ist, finde ich es schon arg. Ich denke, die Sorge, was kann ich meinem Kind bieten oder wie sieht die Zukunft aus, ist begründet. Egal ob man arbeiten will oder nicht, man muss es einfach, wenn man dem Kind etwas bieten will! Also warum da das Kindergeld erhöhen, erhöht man doch lieber die Diäten. Politiker müsste man sein.“

 

Alejandra, Patientenservice:

„Meine Kinder sind jetzt groß, aber damals, als sie klein waren, hat mein Mann geholfen und Freunde bzw. Nachbarn. In Deutschland lebt man eher isoliert, aber der Vorteil ist: es gibt genügend Einrichtungen für Kinderbetreuung.“

 

Eridirian, Bürokauffrau:

„Meine Prioritäten liegen sowieso bei meiner Familie, aber ich musste leider feststellen, dass die Kinder auch groß werden, wenn man nicht 24 Stunden bei ihnen ist. Ich hätte wenigstens halbe Tage arbeiten müssen, aber ich hatte auch viel Angst davor den Ansprüchen an die Arbeit nicht gerecht zu werden.

Flexibler sollte die Kinderbetreuung schon sein, aber es ist eigentlich heutzutage ziemlich gut.“

 

Ausra, Heilpraktikerin Psychotherapie:

„Es geht darum, den richtigen Zeitpunkt zu finden und Prioritäten zu setzen. Bei jeder Situation muss ich individuell entscheiden, denn so entsteht mein eigenes begründetes, individuelles Konstrukt für meine nächsten Schritte, damit ich alles in einer Reihe zusammensetzen kann: Kinder, Arbeit, Privates, Freizeit….

Es sollte, natürlich genug Kindergartenplätze geben, mit verschiedenen Zeiten, wann man das Kind hinbringen und abholen kann, damit ich gute Leistung in meinem Beruf bringen kann. Dafür muss ich wissen, dass es meinem Kind gut geht und dass das Kind gut und lang genug betreut ist. So einfach ist es.“

           

Nadine, Patientenservice:

„Ich habe gute Freunde und meine Mutter, die mir helfen und die mich in schweren Situationen wie z.B. beim Spätdienst unterstützen. Meine Prioritäten liegen ganz klar bei meinen Kindern. Meine Kinder gehen vor jeden Job.

Die Kinderbetreuung ist ja gottseidank in Deutschland sehr gut. Die Kinder können von morgens um 6.00 bis abends 18.00 betreut werden.“

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