Daniela K .: „In dem Kurs habe ich dann den Mut gefunden.“

Was machst Du heute beruflich?
Nächstes Jahr werde ich meine Schreinerlehre abgeschlossen haben.

 

Wie hast Du Dich weitergebildet?
Da ich lange nicht im Berufsleben stand, wurde ich nach der Erziehungszeit erstmal in einen Berufsorientierungskurs geschickt. Es hat mich beruhigt, andere Frauen in einer ähnlichen Situation wie meiner zu erleben. Im Coaching habe ich ersteinmal herausgefunden was ich will. Ich habe mich schon immer sehr für Holz interessiert. Als mein Sohn klein war, habe ich zwar hier und da gejobbt, aber war nicht voll dabei. In dem Kurs habe ich dann den Mut gefunden, mit Mitte 30 eine Ausbildung anzufangen. Jetzt bin ich in der Schreinerlehre.

 

Welche Etappen gab es bisher in deinem (Berufs-)Leben und wie haben sie Dich beeinflusst?
Nach dem Abitur bin ich früh Mutter geworden. Mein erster Sohn hat ein Handicap und brauchte die ersten Jahre besonders viel Betreuung. Als er acht war, bekamen wir noch eine gesunde Tochter. Als sie drei war bewarb ich mich um alle möglichen Stellen, auch um Ausbildungsplätze. Aber ziemlich wahllos und mehr nach Vernunft als nach Leidenschaft. Irgendwas wollte ich eben anfangen. Mit den Bewerbungen hatte ich dann auch keinen Erfolg, ich war zwei Jahre arbeitslos. Meine Leidenschaft fürs Werkeln ist mir über all die Jahre aber erhalten geblieben, auch wenn mein Mann sich gern darüber lustig gemacht hat :-). Eine Schreinerlehre anzufangen habe ich mich aber auch nicht getraut und auch organsiatorisch wäre das mit meinem Sohn sehr schwierig geworden. Das Jobcenter hat mich dann zur Berufsorientierung in einen Kurs geschickt, in dem ich richtig gecoached wurde. Da habe ich dann beschlossen, dass ich mein Hobby doch gern zum Beruf machen möchte. Ich habe mit meinem Mann besprochen, dass er mich mit den familiären Aufgaben mehr unterstützt. Außerdem kennt er einen Tischler. Da habe ich dann um ein Praktikum gekämpft und als die gemerkt haben, dass sie mich so schnell nicht wieder loswerden, haben Sie gesagt, dass ich es nun einfach mal ausprobieren soll. Dann suchten sie einen Lehrling und bekamen mich erst Recht nicht wieder los! Die Männer in der Werkstatt mussten sich schon ein bisschen umstellen, aber inzwischen klappt das mit uns ganz gut. Die großen Maschinen sind spannend und ich liiiiiebe den Geruch!
Wer oder was hat dich auf deinem Weg motiviert?
Meine Kinder sind mir wichtig. Es war auch sehr anstrengend und eine schwierige Zeit mit meinem Sohn.  Ich finde es schön, dass ich mich so viele Jahre nur um sie kümmern konnte. Das ging nur, weil mein Mann genug verdient hat. Er unterstützt mich nach wie vor und hat mehr Familienaufgaben übernommen, seit ich die Lehre mache. Das tut uns allen gut. Beruflich motiviert mich vor allem meine Begeisterung und der sich einstellende Erfolg. Wenn die Kollegen meine Arbeiten gut finden, ist das eine tolle Bestätigung!

 

Wie stellst Du Dir Deine berufliche Zukunft vor?
Nächstes Jahr wird meine Ausbildung abgeschlossen sein, dann möchte ich gern noch die Meisterprüfung machen. Vielleicht mache ich mich später mal selbständig und stelle SCHÖNE Reha-Möbel her, für unseren Sohn habe ich inzwischen auch viel selbst angefertigt.