ZERTIFIZIERTE BETREUUNGSKRAFT IN PFLEGEEINRICHTUNGEN
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Jenny hat ihre Weiterbildung bei Goldnetz abgeschlossen und steigt nun erstmalig ins Arbeitsleben ein. Die junge Mutter hat drei Kinder im Alter von 11, 9 und 2 Jahren, die sie in alleiniger Verantwortung großzieht.

Sie war gerade 17 Jahre alt, als sie erfuhr, dass sie schwanger ist. Den Hauptschulabschluss hat sie schnell noch fertig gemacht. Kurz darauf lernt Jenny ihren ersten festen Partner kennen. Bald kommt die Tochter zur Welt. Der Partner übernimmt die Vaterrolle für beide Kinder. Dann stirbt Jennys Mutter und Jenny trennt sich nach einigen Jahren wieder vom Partner. Das dritte Kind bekommt sie mit Mitte Zwanzig, die Beziehung zum Vater der Jüngsten dauert nicht lange.

Vor knapp einem Jahr entscheidet die dreifache Mutter sich dafür, es ohne Partner zu versuchen. „Dann zieh ich die Sache eben alleine durch!“ sagt sie. Zwei kurze Maßnahmen werden ihr vom Amt bewilligt, damit sie sich mal beruflich orientieren soll. In die Schule, sagt Jenny, geht sie aber bestimmt nicht mehr. Ihr erster Wunsch war, als Pferdewirtin zu arbeiten. Sie sucht sich eigenständig ein Praktikum und muss schnell feststellen, dass die Arbeitszeiten nicht mit der Kindererziehung kompatibel sind. Durch das Job-Coaching bei Goldnetz wird ihr klar, was sie wirklich machen möchte: Betreuung im Pflegeheim ist eine realistische Alternative. Der Plan: Sie verdient ihr eigenes Geld und Arbeitsplätze gibt es auch in ihrer Umgebung.

Das lange Stillsitzen im Unterricht fällt ihr zwar schwer, denn „das war ich überhaupt nicht mehr gewohnt,“ staunt Jenny, aber im Praktikum kommt sie gut zurecht und nach einigen Wochen holt sie ihr Abschlusszertifikat ab. Nun kann es losgehen!

„Ich freue mich darauf, endlich mein eigenes Geld zu verdienen,“ sagt die 28-Jährige. Die Sommerferien möchte Jenny noch einmal komplett mit den Kindern genießen, vor allem für die zweijährige Jolin wird die Umstellung nicht leicht. Das haben alle drei Kinder während der Weiterbildung gemerkt, dass die Mama nicht mehr so viel da war wie vorher. Aber nach ein paar Wochen lief es gut: die Großen sind allein zur Schule gegangen und die Kleine wurde um sieben Uhr morgens von ihren Erzieherinnen entgegengenommen.

Es gibt auch einen guten Freund, der der alleinerziehenden Mutter gelegentlich hilft. Und der lässt sich auch nicht abhalten, sich in die Kindererziehung einzumischen – „meistens hat er aber Recht,“ findet Jenny und ist ganz froh, dass er sie unterstützt. Denn in der Familie gibt es sonst niemanden, der ihr unter die Arme greifen könnte, die anderen haben selbst kleine Kinder oder wohnen zu weit weg. Jenny empfindet es jedenfalls nicht als Defizit, alleinerziehend zu sein, sie erhält viel Anerkennung von außen, „nur wenn wieder mal die Grippe umgeht, dann wird es eng,“ weiß die erfahrene Mutter. Das betrifft dann meist alle Kinder nacheinander und bei einer festen Arbeit muss Jenny dann zusehen, wie sie die Betreuung organisiert. Aber sie ist zuversichtlich: „ Die Kinder werden immer selbstständiger, bald hab ich sogar wieder meine Freizeit und dann lerne ich vielleicht Reiten!“