Lebenslanges Lernen

Das lebenslange Lernen betrifft uns alle, denn der Prozess der Alterung und Schrumpfung der Erwerbsbevölkerung in Deutschland ist nicht aufzuhalten. Und der erworbene Schul- oder Berufsabschluss garantiert nicht eine lebenslange Erwerbstätigkeit. Die Arbeitswelt stellt beträchtliche Anforderungen an die wenigen Arbeitskräfte in der Zukunft. Also müssen die Potenziale jedes Einzelnen genutzt werden. Dazu braucht man eine Förderung, die über Berufs- und Altersgrenzen hinaus geht und das stellt die wahre Herausforderung der Zukunft dar. Jedoch mit einer ganzheitlichen Perspektive auf das Lernen und die berufliche Qualifizierung kann es gelingen, Menschen passend und dauerhaft in das Arbeitsleben zu integrieren und damit auch ihr Wohlergehen zu unterstützen.

Wir müssen gewappnet sein für alle Lebensphasen und Lebenswelten und dafür brauchen wir passende Bildungsangebote. Wer für sich einen Weg findet, sich passgenau und dauerhaft weiterzubilden, wird auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft erfolgreich sein. Vielleicht muss man auch mal auf formale Bescheinigungen verzichten und Kreativität oder soziale Kompetenzen in den Mittelpunkt rücken. Wichtig ist, dass jeder Einzelne seine Interessen und Fähigkeiten in jeder Lebensphase weiterentwickeln und somit auch im Alter aktiv an der Gesellschaft teilhaben kann.

Heute ist Weiterbildung so selbstverständlich, dass sogar 70 Prozent der Führungskräfte Coaching in Anspruch nehmen. Lernen macht vielen Menschen Spaß und ist eine willkommene Abwechslung zum Berufsalltag. Ob Gruppenseminar, Onlineschulung oder Einzel-Coaching, je nach Ziel lassen sich verschiedene Lernsituationen gestalten. Die stetig wachsende Coaching- und Weiterbildungsbranche markiert einen Bewusstseinswandel: Wir sind nicht mehr irgendwann fertig, sondern wir verändern uns ständig und dürfen immer weiterlernen.

Wie sehen unsere Botschafter/innen dieses Thema und welche Form von lebenslangem Lernen setzen sie um? Lest, was sie dazu sagen und teilt mit uns Eure Meinung! Jeder, dessen Beitrag freigeschaltet wurde, kann ein Kindle Paperwhite gewinnen.

Katrin, Erziehrin in der Weiterbildung

Ich habe damals in der DDR keinen Abiturplatz bekommen trotz guter Note. Deshalb ging ich nach der zehnten Klasse ab und machte eine Ausbildung. Mein eigentlicher Wunsch, Mathe- und Physiklehrerin zu werden, war somit zerschlagen. Als Pionierleiterin hatte ich Wandertage und AGs geleitet, das hat mir Spaß gemacht. Ein Test ergab, ich sei geeignet für den Beruf Hotelfachfrau oder Lederwarenschneiderin. Ich wusste zwar, ich wollte mit Menschen arbeiten, aber nicht so gern mit Erwachsenen. Die Option auf Grundschullehramt habe ich selbst abgelehnt wegen des schlechten Gehalts, das damals dafür in der DDR gezahlt worden wäre. Auch zur Mathe- und Physikschule wollte ich nicht gehen, das hätte die Schulzeit verlängert. Nun, nach einem langen Umweg und vielen beruflichen Wechseln werde ich Erzieherin. Ich habe eigentlich nie aufgehört zu lernen.

Lydia, Luftverkehrskauffrau

Durch die Kriminalität in Süd Afrika bin ich nach der Geburt meiner ersten Tochter zusammen mit Ihr Ende 2005 nach Deutschland zurück. Hier musste ich von Null anfangen. Mir wurde gesagt dass meine Arbeit im Ausland nicht anerkannt wird und man mich so sieht als hätte ich meine Schule gerade beendet und ich erst eine Ausbildung machen muss bevor ich richtig ins Berufsleben einsteigen kann.
Ohne die Hilfe und Unterstützung meiner Freunde, den Familie hatte ich in Deutschland nicht mehr, hätte ich den ganzen Behördendschungel nie geschafft. Sie haben mir geholfen wie ich mich für ein Ausbildungsplatz bewerbe, wie man Bewerbungsgespräche führt um erfolgreich zu sein und wo ich hin muss um einen Kitaplatz für meine Tochter zu finden und an zu melden. Das Problem hier ist das es viel zu wenige familienfreundliche Unternehmen gibt. Leider schauen Unternehmen zu sehr auf die Präsenszeit als auf die Fähigkeiten. Vor allem alleinerziehende Mütter oder Väter gelten als Risiko.

Andreas, Patientenservice, Charité

Ich war nie gut in der Schule und habe gerade so meinen Hauptschulabschluss geschafft. Dennoch habe ich eine Ausbildung als Koch angefangen. Leider musste ich aber schnell feststellen, dass der Beruf so gar nichts für mich war. Mein Wunsch war es immer, mit Kindern und Jugendlichen zusammen zu arbeiten. Am liebsten als Erzieher. Doch mit einem Hauptschulabschluss konnte ich das vergessen. Im Laufe der Zeit habe ich vieles ausprobiert. Als mein Sohn damals zu mir gezogen ist, musste ich meinen Job im Bereich Security aufgeben als Alleinerziehender. Also orientierte ich mich um und fand den Weg zu Goldnetz. Dort konnte ich mich weiterbilden als Servicekraft im stationären Bereichen.

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